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Photo: H. Munk, zu dieser Zeit Bordfunker IL-14
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Die IL-14 war das erste Flugzeug der neugegründeten
Fluggesellschaft der DDR, der Deutschen Lufthansa (Ost).
Die erste IL-14 traf am 30. Juli 1955 in
Berlin-Schönefeld ein und erhielt das Kennzeichen DDR-ABA, die zweite folgte
am 13. November 1955 mit der Besatzung des russischen Instrukteurs Barilow ( DDR-ABF). Die dritte Maschine landete
am 17. November mit der russischen Instrukteursbesatzung Grigorijew ( DDR-ABX). Eine vierte IL-14 folgt dann am 30. November
mit der sowjetischen Besatzung des Kommandanten Minajew (DDR-ABZ)
Ja, fünf Mann Besatzung. Ankunft der russischen
Instrukteurs-Besatzung mit der DDR-ABA
Photo: unbekannt |
Allgemeine Beschreibung der IL-14
Die
IL-14 war eine verbesserte Nachfolgerin der IL-12, welche das erste Produkt des
Konstruktionsbüros Iljuschin nach dem II. Weltkrieg war und als Ersatz für die
Li-2 galt.. Dcr Erstflugg
des Prototyps IL-14 fand am 20.09. 1950
statt. Das erste Serienmuster flog 1954. Das Flugzeug wurde sowohl militärisch als auch zivil eingesetzt.
An die Aeroflot wurde dann die Variante IL-14P ausgeliefert, wobei das P für das
russische Wort für "Passagiere" steht. Im Jahre 1955 wurde in der Flugzeugwerft Dresden mit der Lizenzproduktion der IL-14P begonnen. Zwischen 1956 und
1959 wurden in Dresden 80 IL-l4P
gebaut, davon wurden 23 IL-14P zwischen 1956-1982.in der NVA genutzt. Die IL-14 ist in die Lutftfahrtgeschichte als das Flugzeug mit 200-prozentiger Sicherheit eingegangen. In der CSSR wurde sie als Avia 14
ebenfalls in mehreren Varianten in Lizenz gebaut und exportiert. Insgesamt
sollen mehr als 3500 Flugzeuge dieses Typs gebaut worden sein. So etwa 50
Exemplare sollen
heute noch im Einsatz sein. Normalerweise waren in der Kabine je nach
Ausstattung Sitzeplätze für 18-26 Passagiere vorhanden. Ab 1956 gab es eine um
etwa einen Meter verlängerte Variante IL-14M (Modifikation), die bis zu
36 Passagieren Platz bieten konnte.

Foto: G. Ritter |
Das hier abgebildete blanke Flugzeug ist die einstige 482 der Luftstreitkräfte der NVA,
welche dann von 1983-1990 Exponat der historischen Vorstartlinie
beim JAG-11 in Bautzen war. Das Flugzeug wurde einst in Dresden gebaut und kann heute in der
Luftfahrthistorischen Sammlung am Flugplatz Finow
(nördlich Berlins) besichtigt werden.
Technische Daten der IL-14:
(Diese Angaben sind nicht Lufthansa/INTERFLUG spezifisch) |
| Besatzung: |
4-5 |
| Passagiere: |
18-36 |
| Länge: |
22,31 m |
| Spannweite: |
31,70 m |
| Höhe: |
7,80 m |
| Flügelfläche: |
99,7 m² |
| Leermasse: |
12700 kg |
| max. Startmasse: |
18500 kg |
| Höchstgeschwindigkeit: |
430 km/h |
| Anfangssteiggeschwindigkeit: |
6,2 m/s |
| Reisegeschwindigkeit: |
280 - 360 km/h |
| Gipfelhöhe: |
6500 m |
| Reichweite: |
2250 km |
| Triebwerke |
2 x Asch-82T, 14
Zyl.-Sternmotor |
| Startleistung: |
2 x 1397 kW |
| Luftschraube: |
Vier-Blatt-Verstell-Propeller
AV-50 |
Das
Triebwerk Asch-82 (Fotos: G. Ritter)
Das
Kolbentriebwerk Shvetsov Asch-82 war ein luftgekühlter
14-Zylinder-Doppelstern-Motor. Die Leistung varierte zwischen den Versionen. Es
gab z.B. die Versionen W, V und T. Das T-Modell war z.B. eine in der CSSR in
Lizenz gebaute Weiterentwicklung des BMW-801, der aus dem Pratt & Whitney R-1880
hervorging. Dieser Motor soll 2500 PS (1893 kW) Leistung entwickelt haben. Der
in der Volksrepublik China gebaute Asch-82V soll es dagegen nur 1700 PS (1268kW)
gebracht haben. Für den Einsatz im Hubschrauber wurde zur Zwangbelüftung bei
niedrigen Geschwindingkeiten, im Schwebeflug oder im Stand eine riesiges
Lüfterrad vor den Motor montiert. Der erste BMW 801 A/C mit etwa 42 Litern
Hubraum von 1940, (bekannt durch die FW-190) hatte mur 1600 PS Strartleistung,
während die Weiterentwicklung von 1943, der BMW 801 E/S bereits 2200 PS Leistung
abgeben konnte. Durch seine Luftkühlung war er im Gefecht weniger anfällig als
der hängende, wassergekühlte 12-Zylinder-V-Motor Daimler-Benz DB-605 in der
Me-109, der auch nur 1475 PS entwickelte.
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Dieser Asch-82V aus China kann im Aeropark in Merseburg besichtigt werden. |
Dieses Schnittmodell befindet sich im Technikmuseum "Hugo Junkers" in Dessau und ist als Asch-82W ausgewiesen |
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Schön zu sehen sind hier die zwei Kurbel-Ebenen des Doppelsternmotors |
Das gewaltige Lüfterrad weißt auf den Einsatz im Hubschrauber hin. |
Wer den weiten Weg nach Dessau oder Merseburg nicht machen
möchte, kann einen Asch-82 auch im Luftwaffen-Museum der Bundeswehr in
Berlin-Gatow besichtigen und fotografieren, wobei ich noch einmal hier
feststellen möchte, daß alle Bilder dieses Web für rein private, nicht
kommerzielle Zwecke benutzt werden dürfen. Vorsicht: Viele Bilder haben aber meine
digitale Signatur!
Das Cockpit der IL-14
Beim Cockpit der IL-14 handelt es sich um ein klassisches
Cockpit der frühen ersten Generation. Klassische Rundinsrumente in der üblichen
Anordnung, Doppelsteuerung für Kapitän (li.) und Copiloten (re.) mittels oben
offener Steuerräder. Mittelkonsole mit den Triebwerksbedienhebeln und der
Luftschraubenverstellung, Trimmrad für die Höhenrudertrimmung, sowie Fahrwerks-
und Landeklappenhebel.
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Foto: G. Ritter
Hier handelt es sich um das
Cockpit der DM-SAF, die in mühevoller Arbeit in Dessau exellent
wieder hergestellt wurde.
Seltsam mutet allerdings die
gegenläufige Stellung der beiden Steurräder an.
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Foto: W. Hakannson
Dieses Cockpitbild stammt von der DM-SAL, die in
Dresden wieder in einen hervorragenden Zustand versetzt worden ist
und vielleicht das am vollständigsten erhaltene Cockpit einer INTERFLUG IL-14 darstellt. Die DDR-SAL flog ja
noch lange
als Meßmaschine (darum die erweiterte Instrumentierung) für die INTERFLUG (siehe auch
spezielle Seite).
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Hier einige weitere Bilder mit der IL-14, deren
Herkunft und Copyrights nicht ermittelt werden konnte. Wir bitten dafür um
Entschuldigugng und hoffen, das die Besitzer dieser Bilder der nichtkommerziellen Nutzung
auf unseren Seiten zustimmen werden.
Die letzten drei Bilder stammen von H. Munk, damals Bordfunker
auf der IL-14 der Lufthansa, später INTERFLUG, dann
auch als Navigator IL-18, TU-134 und IL-62
Ein besonderer Leckerbissen dürfte diese alte
Bordinfo der Deutschen Lufthansa (Ost) von einem IL-14 Flug von Berlin nach Prag
sein.
Die DM-SAB wurde damals am 25. Juni 1958 wohl
noch von einem der russischen Instrukteure geflogen. Die Stewardeß Ruth Hartmann
stammte aus dem ersten Stewerdessen-Lehrgang der Deutschen Lufthansa (Ost).
Vielen Dank für dieses seltene Stück an unseren Web-Freund Daniel Frohriep-Ichihara.
WALTER NEMBACH
1L-14-KOMMANDANT DER INTERFLUG
Die IL-14 der INTERFLUG befindet sich im Landeanflug auf
den Flughafen von Prag. Die Wetterbedingungen sind ungünstig: Sicht 500
Meter, Wolkenuntergrenze 50 Meter, Seitenwind von rechts und Regen. Der
Anflug wird vom Boden durch Radar geleitet. Ruhig und konzentriert fliegt
der Kommandant Walter Nembach nach den in englisch erfolgenden Anweisungen
des Radaroperators. Der Höhenmesser sinkt konstant - 100 Meter, 90 Meter,
80 Meter, 70 Meter. Kontrollierend schweift sein Augenpaar über die
Instrumente. Dem Bordmechaniker gab er Anweisungen
zur Korrektur des Ladedruckes und der Stellung der Landeklappen.
60 Meter, 50 Meter, Erdsicht! Genau vor uns liegt die Landebahn, deren
Befeuerung sich in den regennaßen Scheiben spiegelt. Sekunden später setzt
das Flugzeug auf, sicher und genau am Aufsetzpunkt, wie bei schönem
Sonnenschein.
„Thank you“, das gilt dem Radaroperator für den geleiteten Anflug.
Umgeschaltet auf die Towerfrequenz und von dort die Anweisung für das
Rollen zum Abstellplatz.
Es war eine Schlechtwetterlandung, wie Walter Nembach sie
wohl schon Hunderte Male ausgeführt hat. Doch keine Routinesache, sondern
jedesmal erneute Konzentration, als wäre es die erste. Fünftausend Stunden
hat er bereits am Steuer der IL-14 gesessen.
Nachdem die Passagiere das Flugzeug verlassen hatten,
blieben wir noch in der Kabine sitzen. Die Stewardeß bringt Kaffee und ich
meine Fragen an.
Der Frage nach den Flughäfen, die er bereits angeflogen
hat, folgte eine Aufzählung, in der unter anderem Warschau, Belgrad,
Tirana, Sofia, Bukarest, Budapest, Warna, Burgas, Constanta, Helsinki,
Kopenhagen, Oslo und Genf zu finden waren. Er besitzt ein Schreiben des
Staatssekretärs Otto Winzer, in dem ihm persönlich für die sichere
Durchführung der Flüge anläßich der Konferenz der Außnminister in Genf
gedankt wird.
aus Aero-Sport 9/1964 |
Hier ein interessanter Artikel aus dem Aero-Sport (später dann und auch noch heute
als Flieger Revue bekannt) von
1964, der einen Schlechtwetter-Anflug des Kapitäns Walter Nemmbachmit einer IL-14 der INTERFLUG in Prag schilderte. Offensichtlich
war das damalige Minimum für die IL-14 auf 50/500 festgesetzt, was
bedeutet, das die Wolkenuntergrenze oder Vertikalsicht 50 Meter nicht
unterschreiten durfte, um noch eine Landung zu "wagen". Die Sichtweite
oder Landebahnsicht mußte mindestens 500m betragen. Man mußte also in 50m
frei von Wolken die Landebahn oder ihre Umgebeung/Befeuerung in Sicht
haben und in Sicht behalten, um eine Landung durchführen zu dürfen.
Andernfalls mußte der Anflug abgebrochen/durchgestartet werden (go
around).
INTERFLUG Flugkapitän Walter Nembach flog
zunächst als Copilot und wurde dann 1960 zum Kommandaten (Kapitän, Pilot
in Command) auf der IL-14 ausgebildet. Walter flog später auch die AN-24
und die TU-134 der INTERFLUG, war Fluglehrer
und Checker, hatte verschiedene Leitungsfunktionen inne. Walter Nembach
war einer der publikumswirksamen Kapitäne der INTERFLUG, stand oft im Rampenlicht der Öffentlichkeit, hatte
ausgezeichnete Umgangsformen, eine gute Bildung, war verbindlich und
freundlich zu jederman und so jeder Lebenssituation gewachsen. Walter war
auch einige Jahre mit "unserer" Sonja verheiratet, eine der markantesten und professionellsten Stewardessen der INTERFLUG, die dann später den
Kunstflugweltmeister und IL-62 Kapitän Peter
Kahle heiratete, der dann nach der Wende bei Condor Kapitän
war..
Wir werden über Walter Nembach, der auch passionierter Jäger war, später noch
auf unserer geplanten Page "IF-Personen" ausführlicher
berichten.

Walter Nembach, hier in einer TU-134 |
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Hier ein historisches Foto des jungen Bordfunker/Navigator Helmut
Munk mit einem Blick aus dem Copiloten-Cockpitfenster der IL-14 mit dem
Kennzeichen DDR-SBE. |
Weitere Detailfotos sind auf den nächsten Seiten zu finden, wo
ich Bilder der bislang besuchten in Deutschland noch verfügbaren IL-14
veröffentlichen werde.
Eine gute Internet-Quelle zu allen in Dresden gebauten IL-14
findet man unter http://www.skybird-ev.de/il14/4------d.htm . |