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Die alte INTERFLUG im www |
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updated: 16.02.2006 see Revision page
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Revision 1.10 vom 14. April 2008 Auf dieser Seite stellen wir die NSW-Flughäfen vor, die von INTERFLUG angflogen wurden, wobei zunächst der Linienverkehr und erst später der Charterverkehr (inclusive Fracht und Soli) betrachtet wird. Wobei NSW nichtsozialistisches Währungsgebiet bedeuted, also Länder zu denen die DDR-Mark nicht frei konvertierbar war.
Hier gab es eine große Zahl von Flughäfen, die meist in geringer Frequenz angeflogen wurden, aber auch tägliche Verbindungen bestanden. Das Clientel solcher Flüge waren vornehmlich Geschäftsreisende aus Ost und West (auch DDR-NSW-Reisekader im dienstlichen Auftrag), viele Westberliner Touristen und z.T. auch handverlesene DDR-Touristen des Reisebüros der DDR oder des Jugendreisebüros der FDJ auf einigen ausgewählten Strecken (vor allem Jugoslavien, Finnland, Cuba aber auch andere).
Eine besondere Rolle nahm dabei der Messeflugverkehr von und zur Leipziger Mustermesse in Frühjahr und im Herbst jeden Jahres ein, der sogar ansonsten ausgeschlossene Flüge in und über die BRD beinhaltete (München, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf), während Frankfurt von der Lufthansa geflogen wurde. Hier wurde vorwiegend die TU-134(A) eingestzt.
Wichtige Destinationen in Europa waren Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, Brüssel, Paris, Rom, Mailand, Wien, Belgrad und Zagreb, während Großbritanien, Norwegen und Spanien nur im Charter bedient wurden. Viele Charterflüge zu anderen westeuropäischen Zielen kamen hinzu. Besondere Destinationen gab es immer, wenn Orchester, Theatergruppen und Sportmanschaften zu fliegen waren. In Europa wurde fast ausschließlich die TU-134(A) eingesetzt, außer bei größeren Gruppen im Charterverkehr.
Bei den Langstreckenzielen änderte sich im Laufe der Jahre öfter mal etwas. So standen Havana, Hanoi, Sinagpore, Bangkok, Karachi, Dubai und Maputo ebenso auf dem Flugplan wie Addis Ababa, Freetown, Sierra Leone oder Luanda, sowie zusätzlich viele andere Charterziele. Hier war in früheren Jahren die IL-18 dominant, wurde aber später meist durch die IL-62 erssetzt.
wird fortgesetzt ....
Hier ein kleiner Exkurs, der vielleicht später einmal an eine andere Stelle im web gehört, aber das Thema soll schon jetzt nicht verschwiegen werden:
Die Zahl der Crews, die im NSW eingesetzt wurden, sollte möglichst klein gehalten und am Bedarf orientiert werden. Bevor jemand im NSW eingesetzt wurde, mußte er sich zunächst im SW "bewährt" haben, was immer das hieß. Dann mußte er vom zuständigen Staffelleiter oder Bereichsleiter KP an die Kaderkommission eingereicht (vorgeschlagen) werden. Dazu mußte der Betroffene erneut eine Unmenge an Fragebogen ausfüllen, mit besonderm Hinblick auf die Verwandtenaufstellung bis ins dritte Glied, deren Aufenthaltesorte und die Kontakte zu allen Verwandten. Das letzte Wort hatte soundso immer die Stasi. Oft wurde die Stasi jedoch von den zuständigen Leitern vorgeschoben, wenn diese die Fragebögen noch nicht einmal weitergegebn hatten, da ihnen der Kandidat nicht paßte. Hatte man nun schon einmal Verwandte im Westen Deutschlands, dann durfte man keinerlei Kontakte mit diesen pflegen oder jüngst gepflegt haben. Man mußte sich ausdrücklich schriftlich von solchen Kontakten distanzieren und zur Meldung bei Kontaktversuchen von deren Seite verpflichten. Bei den kleinsten Unregelmäßigkeiten im persönlichen Bereich (z.B. anstehende oder gar vollzogene Scheidung) wurde man wieder von Flügen ins NSW suspendiert. Jede Denunziation von Kollegen oder Nachbarn im Wohnumfeld hatte Gewicht. Ebenso kritisch war jede Kontaktaufnahme im NSW. Dazu konnte schon gezählt werden, wenn man mit einem Piloten der Lufthansa mehr als ein "Guten Tag" wechselte. Setzte man sich womöglich gar mit einer westlichen Crew im Hotelzimmer zu einem Chat zusammen und machte darüber noch nicht einmal in Berlin Meldung, kostete das die Karriere (ein Wort übrigens, was in der DDR verpönt war). So erging es z.B. dem IL-62-Flugkapitän "Gust'le" Schneider, der darauhin vom "fliegenden Personal", so die offizielle Bezeichnung, abgelöst wurde und fortan nur noch Auswertungen von Flugdatenschreibern zur sogn. "objektiven Kontrolle" im Block E durchführen durfte. Ja, die Regeln waren hart und die, die sie machten oder darüber wachten, waren oft nicht gnädig. Schnell, zu schnell, konnte sich der eigene Status ändern. Zudem waren Mißbrauch Tür und Tor geöffnet. Verdeckte Denuntiation wurde eine Größe, oft weniger aus Überzeugung sondern als persönliche Rache oder Mißgunst. So wurden ständig Befragungen von Nachbarn im Wohngebiet zur Person des NSW-Kaders durgeführt, da man einräumte, der Kandidat könnte sich im Betrieb verstellen und im Wohnumfeld ganz anders auftreten. Ende vom Lied, man war niemals mehr seiner selbst, außer vielleicht zu Hause mit der Taschelampe unter der Bettdecke. Das ganze Kapital NSW ist eines der schwärzesten der INTERFLUG. Ähnliches traf in ähnlichem Umfang für alle INTERFLUG und DDR-NSW-Reisekader zu. Das fliegende Personal war nur eben öfter unterwegs und mehr exponiert für Angriffe und bergriffe aller Art. War man doch als Uniformträger immer sofort erkennbar und trat immer als zusammengewürfelte, intern schwer kalkulierbare Gruppe auf (auf der TU-134(A) meist 5 oder 6, bei den anderen Staffeln entsprecend mehr). Einer hatte meist einen Autrag im Gepäck, wie wir heute aus unseren Stasi-Akten wissen und das waren meist die freundlichsten und "vertrauenswürdigsten" Personen, die jeder mochte. Das war von der Stasi immer sauber eingefädelt. Es ist für einen Außenstehenden heute schwer, sich das ganze Szenario vorzustellen. Beurteilungen und gar Verurteilungen in Nachhinein sind immer eine zweifelhafte Sache. Wer damals nicht das Kreuz gehabt hat, sollte auch heute nicht aufdrehen, denn das ist zu billig, darum liegt es mir auch fern, hier mit meinen Spitzeln, die ich inzwischen alle namentlich kenne, abzurechnen. Wem wäre damit auch geholfen? Nicht einmal mir und verabscheuenswerte Denunziation hat ja nun mit der Wende auch nicht aufgehört zu existieren. Dazu möchte ich auf keinen Fall beitragen.
wird fortgestzt ...
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