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Hier im Bild die DM-SCB, in der Reihenfolge
der Buchstaben zweite TU-134 der INTERFLUG beim Take-Off. Die
Maschine hat die Werksnummer 8350503. Sie war aber eigentlich die erste für INTERFLUG registrierte TU-134 (26.07.1968). Eine
andere Quelle sagt dagegen, es wäre der 23. 07. 1968 gewesen, während eine INTERFLUG eigene Publikation (Zeittafel) angibt, daß die
erste TU-134 überhaupt erst erst am 1. Oktober 1968 auf dem Flughafen
Schönfeld eingetroffen wäre und dort zunächst zum Training der Besatzungen
genutzt wurde. Das Flugzeug wurde am 18.09.1981 umregistriert zur DDR-SCB.
Es
soll dann am 18. November 1985 nach einer harten Landung in Schönefeld
ausgemustert und dort abgestellt worden sein. Am 17. OCT wurde es auf
dem Landweg nach Oschersleben gebracht. Im Mai 1989 wurde im
Freizeitpark an der Anderslebener Straße darin ein Café mit 32 Plätzen
eröffnet. Die DDR-SCB hatte bis dahin 12 873 Landungen und 19 966
Flugstunden hinter sich gebracht, war damit im Durchscnitt 1 Std und 33 Min. pro
Flug in der Luft, was in etwa dem Streckenspektrum der TU-134 Staffel für die
Kurz- und kurze Mittelstrecke entsprach. Nur sehr wenige Flüge dauerten
länger als 3 Stunden, etliche dagegen waren kürzer oder nur um eine Stunde
herum (z.B. PRG, CPH, STO, WAW, BUD, BTS) |
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| Auf dieser Seite möchte ich die TU-134 nur ganz kurz vorstellen.
Sie hat es bei
der INTERFLUG hauptsächlich in drei Varianten
gegeben, nämlich der ersten und ursprünglichen Version der TU-134, die
1968 mit der DM-SCB und der DM-SCA bei INTERFLUG in Dienst
gestellt wurde und die dann später bei INTERFLUG als TU-134N bezeichnet wurde, wobei das N für Normalvariante stand. Diese
Differenzierung wurde notwendig, da zwei weitere Varianten in Laufe der Zeit
hinzukamen, die TU-134A und die TU-134 AN. Diese Bezeichnungen sind absolut INTERFLUG spezifisch und sind darum nicht mit
anderen, vielleicht anderswo gefundenen Bezeichnungen in ein System zu fassen
(wie z.B. TU-134A3 oder TU-134B etc.). Die normale, erste Variante trägt
eigentlich keinen Buchstaben, während nur die A-Variante auch das A hinter TU-134
führte. Die AN-Variante ist nach russischem Verständnis eigentlich auch eine
A-Variante, hatte ja auch bei INTERFLUG 76 Plätze. Nur das Cockpit war
verschieden. Die TU-134A wurde letztlich das Rückgrat
der INTERFLUG für die Kurz- und Mittelstrecke (in
der Regel bis etwa 3
Std pro Secctor). |
Ein Bild von Helmut Munk zeigt die Silouette einer TU-134 am sonnenüberfluteten
Sommerhimmel. |
Nachfolgend gebe ich eine kleine Übersicht über
alle 32 Flugzeuge TU-134 (A) mit den wichtigsten Basisdaten. Hier sieht man
deutlich, wo die Unterschiede zwischen den Varianten aber auch innerhalb einer
Variante zu finden sind. Ich hoffe, dass diese Tabelle einmal mit dem Wirrwarr
auf einigen Homepages, auf denen technische Daten der TU-134(A) genannt werden,
aufräumt. Wie man sehen kann, wurden bei INTERFLUG metrische Maßeinheiten benutzt. Die Benennung des maximalen Startgewichtes
(MTOW - Max Take-Off Weight) in Tonnen war etwas inkonsistent, da das nicht dem
SI-System entspricht. Interessant sind
auch die fast identischen Werte der Schwerpunktangaben in % MAC (mittlere
aerodynamische Flügeltiefe - mean aerodynamic cord ) und des Basis Index (basic
index - BI) für die Schwerpunktberechnung zur Beladung der Flugzeuge. (Ich
bitte die schlechte Qualität des scans zu entschuldigen. Eine in jpeg
konvertierte pdf-Datei, die ich später mal durch einen OCR scan ersetzen werden,
womit dann auch bessere Schriften die Lesbarkeit erhöhen werden.) |
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Aus
dem Flugzeughandbuch (FZH-134) der INTERFLUG TU-134(A) für die A- und
AN-Variante (die N etwa 2.1 Meter kürzer) |
| Im folgenden will ich kurz die wesentlichen Unterschiede zwischen
diesen Varianten erklären, die dann im Detail auf den speziellen Seiten zu den
einzelnen Varianten später noch genauer erklärt werden sollen. Um auf diese Seiten zu
gelangen, einfach auf den Namen der Variante in der ersten Spalte klicken oder
die Navigation links auf der "shared border" benutzen. |
| Variante |
Unterscheidungs-Merkmale der drei INTERFLUG-Varianten |
Anzahl |
TU-134N |
Die TU-134N war die erste
Grundvariante, wie sie 1968 mit der DM-SCB und DM-SCA bei INTERFLUG eingeführt wurde. Sie war eine aus der TU-124 abgeleitete
Konstruktion, mit der augenscheinlichen Veränderung der Position der beiden
Triebwerke von der Tragflügelwurzel an das Heck des Flugzeuges. Es ging die
Geschichte um, daß die Rekonstruktion auf eine Forderung von Nikita
Chrutchov zurück geht, der bei einem Frankreich-Besuch mit der Caravelle
befördert wurde und von dem wesentlich geringeren Lärmpegel in der Kabine
äußert angetan war. Da wie so oft im Leben, es nicht entscheidend ist, was
man sagt, sondern wer es sagt, wurde daraufhin nun der Tupolev Kurz- und
Mittelstrecken-Jet neu definiert, ohne bereits vorhandes völlig über Bord zu
werfen. Das brachte der TU-134, wohl vornehmlich im westlichen Ausland, den
Spitznamen "Caravellsky" ein. Bei INTERFLUG wurde die TU-134 oft "Bleistift" oder "Lötlampe" genannt, allerdings weniger von
den Piloten, die nannten sie einfach die "TU". So war man eben einfach
"auf
der TU", wenn man der TU-134 Staffel angehörte.
Die TU-134N war mit den Zweistrom-Turbinenluftstrahltriebwerken (ZTL)
Solojev D-30 der ersten Serie ausgestattet. Diese Triebwerke hatten
Elektro-Starter, sogenannte Startergeneratoren, die nach dem Anlassen als
Generatoren fungierten. Drei kräftige 28V-Batterien, machten die TU-134 auch
eigenstartfähig, wobei das eine absolute Ausnahme darstellte. Normalerweise
wurde auf Flughäfen eine Außenbord-Spannungsquelle benutzt.
Die Triebwerke hatten keine Umkehrschubeinrichtung. Eine Klimatisierung der
Kabine war nur mit laufenden Triebwerken möglich, da das Flugzeug über keine
Hilfturbine (APU-auxaillary power unit) verfügte. Um den Nachteil des
fehlenden Umkehrschubes bei der Landung auszugleichen, wurde das Flugzeug mit einem
Bremsschirm ausgerüstet, der in einem Container am Heck untergebracht war.
Wurde dieser Bremsschirm auf einer Außenstation ausgelöst, war es die
Aufgabe des Copiloten, der auf der TU-134 als sogn. "technischer
Verantwortlicher" fungierte, diesen Schirm wieder zu packen. Dazu mußten die
Copiloten extra eine spezielle Einweisung bei der Flugtechnik der INTERFLUG im Südteil von SXF durchlaufen.
Abgesehen davon, daß die Benutzung des Schirms meist bei schlechtem Wetter
erfolgte, das Packen also auch, benötigte man eine hohe Treppe oder eine
extra Gangway, um an den Container heranzukommen. Zuvor mußte irgend jemand
den Schirm von der Bahn (RWY) geholt haben, denn er mußte ausgeklinkt
werden, bevor man die erste Kurve rollte. War am Flughafen darauf niemand
vorbereitet, zog das eine minutenlange Sperrung der Bahn nach sich, weshalb
wir später, vor allem im Ausland, die nur wenig gebogenen High-Speed-Exits
der RWY benutzten, um den Schirm abzuwerfen. Dabei war der Wind zu beachten. Ich werde auf diese
Kuriosität später noch auf der TU-134N page näher eingehen. Ich meine, da
kommen doch echt Erinnerungen an den Pioniergeist zu Zeiten von Orville und
Wilbur Wright hoch, oder? Auch neuere Vergleiche mit dem Space Shuttle sind
nicht abwegig. Ansonsten sieht man Bremsschirme ja höchstens manchmal noch
an militärischen Jagdflugzeugen auf verschiedenen Flugvorführungen, wie zur
ILA in Berlin.
Eine äußerst augenfällige Charakteristik der Normalvariante, die sie mit der
AN-Variante bei INTERFLUG teilte, war die
mit 8 Scheiben verglaste Bugkanzel, in der der Navigator seinen Arbeitsplatz hatte.
Weit weniger auffällig war, daß die TU-134N mit einer Rumpfklappe
ausgerüstet war (Rumpfunterseite zwischen den Tragflächen), die den
Widerstand des Flugzeuges im Landeaflug erhöhen sollte. Diese Klappe war
also nicht ganz mit den sonst üblichen Bremsklappen, wie z.B. am Heck der
Fokker F-28, zu vergleichen. Sie wurde z.B. nicht, wie bei der Fokker, im
Sinkflug eingesetzt. Die mir bekannte Begründung war, dass damit die
Treibwerke im Landeanflug mit einer um etwa 2% höheren Drehzahl betrieben
werden mußten, was im Falle eines Durchstartens (go around or auch missed
approach genannt) die erforderliche Leistung der Treibwerke schneller
verfügbar machte. Der Effekt war aber so gering, daß er in keinem Verhältnis
zum Wartungsaufwand dieser Klappe stand, weshalb die Rumpfklappe später bei INTERFLUG außer Betrieb genommen wurde. Damit
sind Bilder, die eine anfliegende TU-134 mit ausgefahrener Rumpfklappe
zeigen, eine wahre Sammler-Rarität.
Die TU-134N war etwa 2,10 Meter kürzer als oben auf der Grafik dargestellt
und hatte darum eine Sitzreihe weniger (72 Plätze statt sonst 76 Sitze).
Die ursprüngliche Normalvariante dürfte heute kaum noch irgendwo im Einsatz
zu finden sein. Die in der Luftfahrttechnischen Sammlung in Finow stehende
DM-SCH, die DDR-SCF in Leipzig, die DM-SCB in Magdeburg oder die DDR-SCZ
in Merseburg sind damit ausgemachte Raritäten, die eigentlich jeden echten
Luftfahrtbegeisterten wie ein Magnet anziehen müßten, denn bald werden sie
zerfallen sein. INTERFLUG.NET hat auch etliche Bilder von der DM-SCH, der DDR-SCF, der DDR-SCB und der DDR-SCZ, alles klassische Normalvarianten,
hier im "ifnet". Eine eingehende Besichtigung vor Ort können diese Bilder jedoch
nicht ersetzen, bestenfalls "schmackhaft" machen. |
6 |
TU-134AN |
Die TU-134AN Variante wurde
von der INTERFLUG selbst nie beschafft, sondern
uns von der Regierungsstaffel "aufgezwungen" als man dort im Rahmen der
Neustrukturierung diese Variante los werden wollte. INTERFLUG betrieb dann diese beiden Flugzeuge, DM-SCK und DM-SCL, in
ihrer TU-Flotte, war aber nie recht glücklich darüber, da das weiter zu
einer fehlerträchtigen Varianten- und Ausstattungsvielfalt beigetragen hat.
Der Begriff "schädliche Routine" wurde in der TU-Staffel nun
umgangssprachlich. Ich komme später noch darauf zurück.
Die Variante war eigentlich die erste A-Variante, wie sie bei Aeroflot auch
genannt wurde, wobei A in unserem Sprachgebrauch vielleicht für "advanced"
gesehen werden kann. Diese Variante hatte bereits die Treibwerke D-30 der
zweiten Serie, welche mit einer Umlehrschub-Einrichtung (thrust reverser)
ausgestattet waren. Der Bremsschirm entfiel damit. Sie war etwa 2,10 Meter
länger als die N-Variante und hatte in der INTERFLUG-Bestuhlung
nun 76 Sitze .
Diese Variante besaß endlich auch eine APU mit der Typbezeichnung TA-8,
welche das Flugzeug auch ohne die laufenden Triebwerke mit Spannung und mit
Luft zur Klimatisierung und zum Anlassen der Triebwerke versorgen konnte.
Warum wir sie nicht A- sondern AN-Varianten nannten, war in der Beibehaltung
der verglasten Bugkanzel, wie bei der N-Variante, begründet.
In beiden
Varianten saß der Navigator also eine halbe Etage tiefer, im sognenannten
"Keller", warum beide Varianten auch oft von den "Navis" als
"Kellervariante" spezifiert wurden. Diese beiden
Varianten hatten neben den beiden Piloten-Sesseln und dem Navigatorsitz noch
zwei weitere Klappsitze im Cockpit, welche z.B. bei der Aeroflot für den
Bordingenieur und den Funker genutzt wurden (5-Mann-Besatzung, während INTERFLUG nur mit 3-Mann-Besatzung flog).
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TU-134A |
Die TU-134A der INTERFLUG ist als die "germanisierte" Variante
der TU-134AN anzusehen, zurückzuführen vornehmlich auf eine Initiative der INTERFLUG und vor allem der CSA. Der Hauptmangel der
"verglasten" Varianten war die stark erschwerte Kommunikation zwischen
Piloten und Navigator, die äußerst begrenzte Kontrolle der Arbeit des
Navigators, sowie die fehlende Ablesemöglichkeit der Geräte des
Navigators durch die Piloten. Die meisten Navigatoren, die bei INTERFLUG wegen dem fehlenden Bordingenieur
dann auch für die Elektroschalttafel zuständig waren, fühlten sich allerdings in
der Bugkanzel wohler, wohl schon deshalb, da sie dort nicht jedesmal
aufstehen mußten, wenn einer der Piloten seinen Sitz verlassen wollte/mußte.
In der A-Variante saßen sie nun auf einem Klappsitz direkt zwischen den
(Dreck-)Füßen der Piloten (also immer noch eine halbe Etage tiefer). Um die
Elektrotafel zu bedienen, die nun im Gang hinter ihnen installiert war,
mußten sie ebenfalls immer aufstehen. Die "Glasnase" war nun eine "Pappnase" geworden, hinter
der sich, wie bei den meisten Verkehrsflugzeugen, die Radarantenne
befand. Das Radar war jetzt auch ein anderes, worauf wir später zurückkommen
werden. Es war weniger militärisch und schlechter, wie viele meinten.
Auch von dieser Variante bekamen wir im Laufe der Zeit einige von der
Regierungsstaffel, dem Transportgeschwader TG-44 im damaligen Marwalde (heute
Neuhardenberg), zugeführt, wenn sie dort nicht mehr gut genug waren oder
wegen Anschaffung anderer Typen nicht mehr gebraucht wurden. Insbesondere
die DM-SD... Registrierungen kamen alle von dort.
Neben der INTERFLUG flogen in Europa z.B. auch die
tschechische "CSA" und die jugoslawische "AVIOGENEX" diese
"Pappnasen-Variante".
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Nach diesem groben Überblick
über einige wesentliche Untersschiede zwischen den bei der INTERFLUG zum Einsatz gekommen Varianten der TU-134 werden nun auf den
spezifischen Seiten, neben Bildern, Cabin layout (floorplan), auch einige
weitere technische Details eine Rolle spielen. |
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