Die alte INTERFLUG im www
Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

last updated:
14-Jan-2010

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Revision 3.0
DDR-SCF


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Die TU-134 Normalvariante DDR-SCF wurde am 31. Oktober 1969 in den Flugbetrieb der Luftsztreitkräfte/Luftverteidigung der DDR übernommen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt in Berlin gerade mein erstes Ingenieur-Studium im Auftrag der INTERFLUG begonnen und noch keine Ahnung, daß ich einmal zahlreiche Flüge mit der DDR-SCF absolvieren würde.  Die Maschine hatte zwar die taktische Nummer 178, trug jedoch INTERFLUG-Bemalung und zunächst die vermeintliche Registrierung DM-SCF. Im Juni 1974 wurde die Maschine in Zuge von Neuerwerbungen an die INTERFLUG "abgestoßen". Für das Fußvolk der DDR und der Welt war sie gerade noch gut genug. Am 20. Juli 1981 erfolgte die Umregistrierung in DDR-SCF. Das Flugzeug wurde dann am 31. März 1986 außer Dienst gestellt, doch erst im Jahre 1989 wurde sie vor dem Flughafen Leipzig-Schkeuditz aufgestellt und später Besuchern als Austellungsraum  und zur Besichtigung zugänglich gemacht.

Alle drei Leipziger Flugzeuge, die DDR-SCF, die DDR-SEF und die DDR-STA wurden 1996 vom Landesamt für Denkmalflege Sachsens zu echnischen Denkmalen erhoben, was in gewisser Weise ihren Schutz vor unmittelbarer Vernichtung darstellt.



INTERFLUG.NET (im Bunde mit Klaus Petzold und Jörn Lewess-Litzmann, siehe DDR-SEF) ist am 6. Juni 2003 mit einer Cessna 172 der Berliner Flugschule "Airship" (http://www.airship.de) in Leipzig gelandet und hat mit freundlicher Unterstützung der Flughafenfeuerwehr alle drei dort im Südteil verbliebenen Flugzeuge besichtigen und photographieren können.



Unser Dank geht darum noch einmal an alle, die mitgeholfen haben, dass dieses möglich wurde, vor allem aber an den Leiter des Flughafens, Herrn Wolfgang Hesse, der einst im Rang eines Hauptabteilungsleiters bei der INTERFLUG für das Operativ-Zenrum des Verkehrsfluges (OZ-VF), sozusagen der Leitzentrale der operativen Prozesse,  verantwortlich war. Ebenso haben uns vor Ort alle Beteiligsten, insbesondere der Leiter der Feuerwehr und seine zwei Mitarbeiter, hervorragend unterstützt.

NTERFLUG.NET bringt hier exclusiv einige der über 500 dort gemachten Photos. Leider habe ich dort unter gewissem  Zeitdruck und unter teilweise äußerst schwierigen Lichtbedingungen mit einer völlig neuen Camera, der Canon EOS 10D, gearbeitet, mit der ich noch absolut keine Erfahrungen hatte, warum leider ein Großteil der Bilder nicht sehr professionell geworden ist. Die Benutzung eines Nikon-TTL-Flashlights im "hot shoe" der Canon verlief auch nicht so problemlos wie erwartet. Zudem sind alle Bilder hier verkleinert oder wesentlich stärker komprimiert, um sie für das web gängig zu machen. Wer an gewissen Original-Bildern (ca. 1,5 MByte pro Bild) Interesse hat, melde sich beim webmaster.

Die DDR-SCF, eine Normalvariante der TU-134, befindet sich z.Z. zusammen mit der IL-18, DDR-STA, vor einer Flugzeughalle im Südteil des Flughafens Leipzig/Halle. Abgestellt auf dem Asphalt vor einer Flugzeughalle wittert die DDR-SCF so vor sich hin. Die hintere Frachtraumluke steht zur Belüftung ständig offen. Die für die Normalvariante und die AN-Variante typische verglaste Bugkanzel, der Arbeitsplatz des Navigators. Die Frontscheiben der Piloten sind gesprungen, vergilbt (Zwischenschicht) und so gut wie undurchsichtig geworden. Das Bugrad der TU-134 mit offenem Spurgelenk, was beim Schleppen größere Ausschlagwinkel ermöglichte, vor dem Flug aber unbedingt wieder geschlossen erden mußte.
Das Hauptfahrwerk der TU-134 in der typischen Tandem-Anordnung mit dem robusten Fahrwerkswagen, was Landungen auf nur mäßig befestigten Plätzen ermöglichte. Die typische Fahrwerksanordnung, mit den Fahrwerksgondeln in den Tragflächen von hintern betrachtet, gut zu sehen auch die Triebwerksanordnung am Heck. Die typische Tu-134 Tragfläche mit der starken Pfeilung (sweepback), der deutlichen negativen V-Form (anhedral) und den zwei Grenzschichtzäumen . Außen am Tragflächen-Randbogen sind deutlich die Auslaßschlitze für die Heißluftenteisung der Nasenkante der Tragfläche erkennbar
Die nach innen öffnende Einstiegstür, die bei sich aufbauhendem Kabinenüberdrück (relativ zum Außendruck in der Höhe) in die Kontur des Rahmens gedrückt wurde und so einen sicheren Verschluß der Kabine gewährleistete. Die typische rote Kabinenbestuhlung der INTERFLUG auch in der TU-134N, die im Normalbetrieb 18 Sitzreihen und je zwei Sitze rechts und links vom Mittelgang hatte und somit 72 Passagieren Platz bot. Die Sitze von hinten betrachtet gibt einen Blick auf die in der Rückenlehne integrierten Klapptische und die darunter befindlichen Gepäcknetze für kleine Gegenstände. Hier war auch unsere kleine dicke Kotztüte zu finden oder vorübergehend "abzulegen". Die typische Schmalrumpf-Ausführung mit einem recht engen Gang in der Mitte, nur noch vom Canadair-Jet zu übertreffen (das Flugzeug sollte verboten werden oder Pygmäen-Völkern überlassen werden).
Das typische TU-134N Cockpit. Links der Kapitän, rechts der Copilot und in der Kanzel (im "Keller", daher auch der Ausdruck Kellervariante) der Navigator. Die Scheiben sind leider stark beschädigt. Die Gerätetafel des Kapitäns. Rechts untern im Bild die beiden roten Notbremshebel. Die Gerätetafel des Copiloten (leider überbelichtet). Das Deckenpanel zwischen den beiden Pioloten. Hier befand sich z.B. recht ungewöhnlich auch der Fahrwerksschalter.
Die linke Bordwand beim Kapitän, mit den "Gashebeln", der Feststellbremse für die Gashebel und der Leerlaufsperre an den Gashebeln. Ein Ziehen der Hebel und Bewegen der Gashebel hinter die Sperre, schaltete die Triebwerke ab. (unvorstellebar, zumal fast an der gleichen Stelle bei der TU-134A die Schubumkehrhebel saßen, die täglich im Betrieb gezogen wurden) Die rechte Bordwand ebim Copiloten mit den einfachen Geshebeln und dem großen Trimmrad für Höhenruder. Noch einmal die Gashebel im Detail. Die mittlere Gerätetafel, auf der hauptsächlich Triebwerksgeräte, aber auch die Bedienteile für VOR/ILS li/re zu finden waren.
Der Arbeitsplatz des Navigators im "Keller". Viele Navigatoren haben sich dort wohlgefühlt, weil ihnen da keiner auf die Finger schauen konnte, wenn sie "mit der Centerline der Airway schlampig umgingen" -:) Einige weitere Geräte des Navigators auf der linken Seite, im Gesichtskreis. Der Navigator saß auf einem Drehsitz gewöhnlich quer zur Flugrichtung. Die Bedienung der Elektrotafel hinter dem Navigator gehörte zu seinen Aufgaben. Im Gang zwischen den Piloten gefand sich das Sichtgerät des Radars für die Piloten. Der Navigator hatte ein eigenes Sichtgerät.
Einer der vier Lungenautomaten der Sauerstoffanlage im Cockpit. Der hintere Frachtraum der TU-134 mit einer schrägen Luke auf der rechten Bordseite, die sowohl von innen (bevorzugt) oder von außen zu öffnen war.


alle Bilder © by Capt. Gerd Ritter

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