Die alte INTERFLUG im www
     
                            Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

 

updated: 18.07.2008

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Revision 1.00    26. JAN 2006

 

Im Laufe der Jahrzehnte des ersten Jahrhunderts der Luftfahrt hat sich der Inhalt des Begriffs "Cockpitcrew" mehrfach gewandelt. Der Begriff der Crew, eines eng verbundenen Teams wurde in der Luftfahrt auch auf die Kabine und den Boden ausgeweitet. So spricht man auch von Kabinen-Crew (cabin crew) und z.B. einer Wartungs-Crew oder Service-Crew (allgemein: ground crew). Beschränken wir uns hier auf die Cockpit Crew so ist damit das Personal gemeint, welches direkt für den Betrieb eines Luftfahrzeuges im Cockpit erforderlich ist.

Bei den ersten Flugzeugen war das nur ein einzelner Pilot, was wir auch heute noch bei Kleinflugzeugen, vor allem in nicht-kommerzieller Nutzung und bei einsitzigen Militärflugzeugen antreffen. Bei der kommerziellen Nutzung der Flugzeuge setzte zunächst mit der größer werdenden Komplexität der Luftfahrzeuge oder ihrer Rolle auch eine Vergrößerung der Crew ein. Selbst bei normalen Routineflügen fanden wir in der Zivilluftfahrt Crews von 5 Crewmember (Besatzungsmitgliedern) und mehr. Eine typische Aufgabenverteilung dieser Zeit war durch zwei Piloten (davon war einer der Kapitän oder Kommandant), einem Navigator, einem Flug-Ingenieur oder Bordmechaniker und einem Funker gegeben, wobei bei Langstreckenflügen davon einige Positionen doppelt besetzt wurden. Im militärischen Bereich gab es daneben viele andere Funktionen, wie Beobachter, Borschütze etc., die mit Crewmember ausgefüllt werden mußten.

Mit zunehmender Entwicklung der Technik, insbesondere der Automatisierung von Prozessen, wurde die Anzahl der Bezatzungsmitglieder wieder schrittweise reduziert. Als erstes wurde der Arbeitsplatz des Funkers aufgehoben und dessen Aufgaben auf den "nichtsteuernden" Piloten und den Navigator verteilt. Mit der Automatisierung von Navigationsanlagen im Verbund mit Rechnerarchitekturen und verbesserten Mensch-Maschine-Schnittstellen (vor allem leichtere Bedienbarkeit) wurde als nächstes der Navigator aus der Crew "herausrationalisiert" und seine verbliebenden Aufgaben übernahmen die Piloten, was leicht möglich wurde, da zunehmend die längste Zeit des Fluges ein Automat das Flugzeug flog. Mit der weiteren Automatisierung und Selbstkontrolle der technischen System, sowie der Übertragung von technischen Routinearbeiten am Boden an dafür ausgebildete "ground crews" (z.B. Tanken, Zwischenflugkontrolle etc.) wurde der Flugingenieur überflüssig und seine verbliebenden Leistiungsmerkmale erneut den Piloten "übergeholfen" Man schätzte ein, dass die beiden verbliebenden Piloten bei richtiger Verteilung der Aufgaben (SOP und workload management) und bei gekonntem Crew Resource Management (captains role) alle diese Aufgaben nun sicher erledigern kann. Während über die Jahre Unsummen in die technische Entwicklung der technischen Systeme gesteckt wurde, beschäftigte man sich mehr stiefmütterlich mit der Entwicklung und Schulung auf dem Gebiete des Crew Resource Management. Sehr schnell stellte sich raus, dass nun der Mensch in seiner oft nicht beherrschten Komplexität zu 70% aller Unfallursachen beitrug. Plötzlich beschäftigten sich Univrersitäten mit der Problematik und zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Bücher widmeten sich dem Thema. Alle Crews müssen sich fortan in CRM ausbilden und auf dem laufenden halten lassen.

DAs kam für INTERFLUG alles etwas zu spät. Gerade noch die Anfänge dieser heute schon immer wieder mehr zur "Alibi-Schulung" mutierenden Bemühungen erreichten unsere Crews. Meist kämpften wir noch gegen die vom alt-deutschen und sowjetischen Vorbild transferierte autoritär geprägte Besatzungsstruktur. Der Kapitän galt als der unumstößliche Herrscher über Gedeih und Verderb des erhaltenen Flugauftrages. Doch spätestens in den 70er und erst recht in den 80er Jahren konnte sich keiner mehr einem Umdenken verschließen, was bei INTERFLUG mit Einführung des Zwei-Mann-Cockpits auf dem Airbus A-310-304 dann zum unumgänglichen Erfordernis wurde.

 

Wie geht das weiter? Auch dazu machen sich vor allem Leute, die nicht drin sitzen im Cockpit schon eifrrig Gedanken. Man kann nämlich auch Flugzeuge fernsteuern, Die Crew sitzt dann nur noch zur Tarnung drin und kommen dann mal Terroristen, lenkt man die Flugzeuge ferngesteuert einfach vom Weißen Haus weg in die Wüste oder aufs offene Meer. Dort können sie dann getrost crashen.

Auch Piloten malen sich ihre Zukunft bereits düster aus. Da fliegt dann nur noch ein Pilot mit einem Hund. Alles läuft vollautomatisch ab. Der Hund paßt auf, dass der Pilot ja nichts anfaßt und der Pilot füttert alle 2 Stunden den Hund. Na, warten wir es mal ab.

 

Im Buch "Human Performance and Limitations in nAviation" schreiben die Autoren dazu folgendes:

"Die Aufgabe der Crew im Cockpit ist es sicher und effektiv zusammenzuarbeiten. Dies wird beeinflußt durch die Rolle oder die Aufgabe des einzelnen Crewmitglieds, den Status und die Erfahrung des Einzelnen und seiner Persönlichkeit. Die Bedeutung, dass man mehr als einen Piloten im Cockpit hat, besteht darin, die Aufgaben zu verteilen, eine Übereinstimmung bei Entscheidungen herbeizuführen, sich gegenseitig zu überprüfen und Fehler zu minimieren."

 

 

Was war und ist immer noch das Besondere an Cockpit Crews? Sie verdienen zu viel (sagen weltweit immer die Leute aus den Büros einer Airline), sie arbeiten zu wenig dafür (sagen die gleichen Leute:"Der Kerl war heute schon wieder den ganzen Tag zu Hause" Er flog nämlich nachts.),  sie fahren immer die besseren Autos (die, die sie nicht fahren, haben dafür eben schon das zweite oder dritte Haus gebaut), sie kommen ihr Leben lang fast nie mit nur einer Frau aus (darum siehe vorherigen Punkt), sie laufen immer in diesen schicken Uniformen herum, die sie dann noch nicht einmal bezahlen müssen, sie treiben sich ständig in aller Herren Länder herum und bekommen das auch noch bezahlt, wohnen kostenlos in den besten Hotels, kennen alle Sonnenstrände und Golfplätze dieser Welt. Ja, und genau so ist eben auch ihr Charakter. Na gut, manche verstellen sich erfolgreich, fahren absichtlich ein lausiges Auto, haben zum Trotz immer noch dieselbe Frau und wohnen in einer Mietwohnung. "Aber darauf fallen wir nicht herein. Wir kennen uns nämlich aus".

 

Nun arbeiten alle kräftig daran, es diesen Abgehobenen mal richtig zu zeigen. Da verabschiedet Brüssel Arbeitszeitregelungen, die bald Universitäts-Forschergruppen wieder reichlich neuen Stoff bieten könnten, da fahren Piloten nach ihrer vollbrachten Schicht, die ja nicht am Heimatort enden muß, noch selbst das Mietauto und den Rest der Crew zum lange verdienten Feierabnd zurück zur "home base". Selber Schuld, wer sich bis dahin schon so richtig für die Firma verausgabt hat. Arbeitsverträge werden auch "flexibler" gestaltet als je zuvor, bei möglichst verringerter Entlohnung. Hin und wieder mal eine Versetzung auf einen anderen Flugzeugtyp, möglichst gleich mit einer anderen "home base" verbunden. WEnn man dann endlich nach ein paar Jahren das Haus am alten Ort für wenigstens 80% des Wertes verkaufen konnte, geht es wieder zurück, da nun dort mehr Piloten gebraucht werden, erst mal in eine Mietwohnung, die erste beste, die auf die Schnelle verfügbar war.

 

Damit sind wir nun endlich auch beim wichtigsten Merkmal aller Piloten, sie mekern immer, nie kann man es ihnen recht machen.

 

 

 

Ja, diese Seite gehört wirklich ganz den Cockpit Crews der INTERFLUG.   ..... Geduld ..       Schauen Sie sich inzwischen das Album und Crew heute mit den Navigationsrechnern von Flugkapitän a.D. Klaus Petzold an.