Die alte INTERFLUG im www

            Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

 

updated: 10.02.2006

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Berline - ein Versuch

Revision 1.10  06. April 2008

 

Ich kann momentan noch nicht allzu viel zum Thema Berline beisteuern. Die Berline wurde nach der Liquidierung der INTERFLUG durch die Treuhand aus der ehemaligen Flugstaffel (Flotte) der IL-18 des Verkehrsfluges der INTERFLUG heraus gegründet. Geschäftsführer wurde neben Wolfgang Krauss der ehemalige IL-18 Flugkapitän Reinhard Knäblein. Am 28. Oktober 1994 ging die Berline in den endgültigen Konkurs und die etwa 170 Mitarbeiter verloren ihren Job, nachdem am 31. März bereits schon einmal Konkurs angemeldet worden war, der dann aber wieder mit neuen Hoffnungen zurück gezogen wurde. Die Berline wurde in der westlichen Boulevard-Presse allerdings frühzeitig häufig in ein schlechtes Licht gesetzt, daß sie ganz sicher nicht verdiente. Der Artikel in der "Luftfahrt" zum Untergang der Berline ließt sich dann auch wie ein Krimi. (siehe download-area!)

 

Die Berline operierte im Frachtgeschäft mit der IL-18. Die Flugzeuge waren zunächst die D-AOAS, die ehemalige DDR-STM, Werksnummer 188010805, die, falls sie heute noch bei Aero Caribbean im Einsatz ist, nur die CU-C1515 sein kann, da diese als einzige der vier IL-18 der Aero Caribbean eine Side Cargo Door (SCD) besitzt. Eventuell war sie zuvor bei AIR ZORY als LZ-AZZ im Einsatz, wenn man Ullrich F. Hoppe hinsichtlich der Werksnummer und den Jahreszahlen der veröffentlichten Fotos glauben darf. Dann war da noch die D-AOAP, die ehemalige DDR-STI der INTERFLUG. Beide Maschinen begannen ihren Dienst in Deutschland einst bei den Regierungsfliegern der LSK/LV (siehe auch IL-18 Page). Bei der D-AOAS  handelt sich dabei um die INTERFLUG Maschine DDR-STM, die einst im März 1974 von den Luftstreitkräften der DDR übernommen wurde. Sie wurde zunächst von einer Executive-Version zu einer Passagiervariante umgerüstet und dann später zur Frachtversion konvertiert und eine Side Cargo Door (SCD) besaß , links hinter dem Cockpit. Außerdem waren wohl auch die D-AOAO, die ehemalige DDR-STF, davor CCCP-75553, eine W-Variante ohne SCD, und die D-AOAU auch ohne SCD, ehemals DDR-STO, sowie die ehemalig DDR-STP, später D-AOAQ, bei Berline im Einsatz.  Es gibt  aber noch einige Verwirrungen hinsichtlich der Angaben von Registrierungen und Seriennummern, wie sie bei www.airliners.net zu finden sind, die noch zu klären sind. So gibt Toni Marimon bei www.airliners.net für die Aero Caribbean CU-T1532 die Werksnummer der D-AOAS an, obwohl auf den Bildern keine SCD zu erkennen ist, was damit also falsch wäre. Ein Bild der CU-C132, wie sie die I.F.A.G. benennt, gibt es im web leider nicht, so daß man annehmen muß, gemeint sei vielleicht die CU-C1515, wenn man andererseits bei I.F.A.G. von der D-AOAS spricht.. Dagegen zeigt uns Ullrich F. Hoppe ja ein Bild der LZ-AZZ der AIR ZORY, welcher er die Werksnummer 188010905 der D-AOAS zuordnet. Zumindest sieht man auf diesem Foto deutlich auf der linken Seite die SCD. Hier können wohl nur ehemalige Berline-r weiter helfen, die eigentlich aber auch in der I.F.A.G. sitzen. Ich hoffe, daß ich einige Bilder demnächst hier zeigen darf. Die Anfragen sind raus. (und  ...inzwischen alle positiv bestätigt, bis auf die an Herrn Ullrich F.Hoppe.)

 

 

Aero Caribbean CU-C1515 on taxi at Porto Allegre (POA) 22.JAN2003
(Photo taken by Paulo Herren, published at www.airliners.net )
Aero Caribbean CU-T131, former D-AOAU, on taxi at Faro FAO Dec. 1999)
(Photo has been taken by my friend Luis Rosa)
Aero Caribbean CU-C1532 on take Off
(Photo has been taken by my friend Javier F. Bodadilla at Santo Domingo)

 

Es sieht so aus, als hätte Aero Caribbean in Kuba vier Maschinen vom Typ IL-18 in Betrieb. Diese Angaben sind allerdings nur aus den Photos bei www.airliners.net entnommen worden und bedürfen der weiteren Präzisierung.

 

Werknummer Cubanische Registrierung vorherige Registrierung Bemerkungen
188010805 (?) CU-C1515 eventl- LZ-AZZ und evtl. D-AOAS (?) SCD, Cargo-airplane
? CU-T1532 ? keine SCG, darum nicht D-AOAS
188010904 CU-T131 D-AOAU no SCD, obviously used as PAX-version
? CU-T1269 ?  

 

Heute ruhen alle Bemühungen, je wieder eine in Deutschland registrierte IL-18 am Himmel zu sehen, allein auf der am 22. September 1998 in Berlin gegründeten I.F.A.G. -Iljushin-18 Flight Association Germany e.V. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der I.F.A.G. unter www.il18.de  Sie können dort auch Mitgleid oder Sponsor werden (mind.1000,- Euro pro ahr), was sie zum Mitglied im "remember and fly club" macht, der Sie dann jährlich mit einem Flying Event verwöhnen möchte. Eine Reihe von ehemaligen, fachkundigen Berline-Mitarbeitern sind heute in der I.F.A.G. zu finden. Vor einiger Zeit bemühte man sich durch Kauf und Übernahme-Verhandlungen eine ehemalige noch fliegende INTERFLUG IL-18, die einst in Deutschland als D-AOAU registriert war, als CU-T131 bei Aero Caribian in Kuba fliegen soll, wieder nach Deutschland zurückzuholen. Es handelt sich dabei um die bei INTERFLUG am 15.04.1968 neu zugelassene D-Variante DDR-STO, mit der Werksnummer 188010904. Die Maschine soll kurz vor einer Grungüberhohlung (GÜ) stehen (2005) und z.Z. bereits in einem nicht mehr sehr erbaulichen Zustand sein. Die GÜ ist also dringend nötig, was natürlich Kosten mit sich bringt.

 

Später hatte man wohl bei Berline auch noch eine in Frankreich registrierte Fokker 100 unter Vertrag (F-CNTL ?), die von Berline Besatzungen operiert wurde und Berline-Schriftzug trug. Die Berline war der Versuch, den Geist der INTERFLUG, insbesondere aber der IL-18 Gemeinschaft/Familie in die neue Zeit hinüberzuretten. Das ist zu meinem allerhöchsten Bedauern leider zunächst gescheitert. Viele häßliche, insbesondere auch typische, schwachsinnige, vor allem politisch motivierte Anfeindungen in der Öffentlichkeit trugen wohl mit dazu bei. Es durfte einfach nicht sein, was nicht sein sollte, was allerdings nicht 100%-ig nachzuvollziehen ist. Man kannte eben die verschiedenen Gresichter der INTERFLUG nicht. Zu undifferenziert waren die politischen und moralischen Auffassungen zur INTERFLUG.

 

 

Es scheint, dass Berline folgende IL-18 der ehemaligen INTERFLUG betrieben hatte. Da gibt es aber noch Nachforschungsbedarf, da einige Ungereimtheiten einer Klärung bedürfen. Dazu kam später Fokker F-100.

 

Werksnummer
(oft als cn: - construction number)
alte DDR-Registrierung Bundesdeutsche Registrierung Bemerkungen
184007405 DDR-STF D-AOAO keine SCD, heute als T9-ABB
185008404 DDR-STI D-AOAP keine SCD, Verbleib unbekannt
188010805 DDR-STM D-AOAS SCD, später wohl LZ-AZZ, heute CU-C1515 ???
188010904 DDR-STO D-AOAU keine SCD, heute CU-T131
184007401 DDR-STP D-AOAQ frühere IF-Meßmaschine, "graue Maus"

Hinzu kamen dann später noch die beiden Fokker F-100 mit den Kennzeichen F-GIOV und F-GIOX (geleast von der französischen TAT) hinzu, die ebenfalls von Berline-Piloten (ex-INTERFLUG) operiert wurden.

 

Ein Bild der ehemaligen D-AOAS noch in INTERFLUG-Farben aber bereits mit dem alten Berline Schriftzug.
Im Hintergrung stellte bereits Lufthansa ihren "Schrott" in SXF ab.

 

Der interessante Artikel von Cord Schellenberg aus der Zeitschrift "Luftfahrt" vom Dezember 1994 zum Untergang der Berline liegt auf der download-Page zur Kenntnis.bereit (zwei dpf-files, color und b/w). Dank an Horst Sanders.

 

 

Das Bild zeigt eine IL-18 Besatzung der INTERFLUG in Linz.
Der Kapitän ganz links ist der spätere Geschaäftsführer der Berline,
Flugkapitän Dipl.-Ing. (FH) Reinhard Knäblein.
(zu sehen sind v.l.n.r. Cpt.Knäblein, Cpt Plesse, Eng..Hoffer, Nav. Büchel,
vorne:  C. Fietz, A. Templin, D. Grupe) aus Sammlung Büchel.

Das Bild entstand am 01.06.90 in Linz vor der DDR-STK

 

 

 

Ich werde zunächst einige Bilder zur Berline veröffentlichen, die vorwiegend vom Kollegen Horst Sander aus dem ehemaligen Betriebsteil Flugtechnik des Verkehrsfluges der INTERFLUG stammen.  Siehe Berline-Album!

 


Herr Dr. Walter Brinker, ein Spuckbeutel-Experte und einer der 40-50 Profi-Sammler von Spucktüten weltweit hat uns diese Rarität zukommen lassen. Das Bild dieser Kotztüte ergänzt unser Wissen und unseren Eindruck zu Berline mit einem weiteren kostbaren und seltenen Zeitdokument. Die Abmaße für diesen Spuckbeutel sind 125 mm x 225 mm, damit ist er genau 100 mm länger als breit. Eine fachliche Begutachtung im Herner Labor für Kotztütenforschung des "Spuck-Professors" Georg Jablonoski hätte uns sehr interessiert, doch leider ist dieses kostbare Stück auf den Dächern von Herne an der Irmscher (noch) nicht verfügbar.

 

Schlichter blauer Aufdruck einer schnittig symbolisierten IL-18 und deren mehrfache kleinere Widerholung auf den aufwärtsstrebenden Stromlinien gepaart mit dem Firmennamen Berline sybolisieren klar die Ambitionen dieser jungen deutschen Nachwende-Airline. Es hat aufwärts zu gehen (oder wir gehen unter). Mit uns zu neuen Höhen, wie oft sie da auch immer hineinspucken. Das moderne weiße Papier erweist sich als lichtecht. Vergessen das Nachgrauen der ehemaligen INTERFLUG-Tüten. Vergessen die grau-weiße Vergangenheit. Strahlend weiß und blau geht es spuckend in eine neue Zukunft.
Wir wissen nicht wer der Designer dieser Tüte war, aber dieser Aufdruck wäre auch für die duty free shop Tüten des onboard-Verkaufs gut genug gewesen: Schlicht und überzeugend.

 

Leider hatte es sich zu früh, viel zu früh ausgespuckt, die Wahrheit in Deutschland.

 

 

 

 

Berline ist nicht mehr unter uns.

 

(eine Minute Schweigen bitte und kotzen Sie von nun an in ihre eigene Tüte)